Wir möchten uns den vielen Organisationen und Aktivist_innen anschließen, die in den letzten Tagen Stellungnahmen geschrieben, Statements getätigt und Einordnungen formuliert haben. Danke für eure harte, unermüdliche Arbeit! Vieles wurde bereits benannt, doch auch wir, als Projekt, das seit 15 Jahren zu intersektionaler Bildung in Berlin arbeitet, möchten uns zu den Geschehnissen der letzten Wochen äußern.
Nach dem Anschlag auf den CSD vor fast vier Wochen ließen anti-muslimisch rassistische Anfeindungen und Debatten nicht lange auf sich warten. Schnell wird deutlich, dass unser gesellschaftliches Klima brodelt und enormen Druck auf Menschen ausübt, die als muslimisch und/oder migrantisch gelesen werden. Wir beobachten mit Sorge und Wut, wie rassistische und anti-muslimische Narrative Raum gewinnen und wie dabei unterschiedliche marginalisierte Gruppen gegeneinander ausgespielt werden. Gerade in solchen Zeiten braucht es Räume für Empowerment.
Bei der, für letzte Woche Freitag geplanten und im Vorhinein aufgrund von Sicherheitsbedenken abgesagten, Veranstaltung im Volksbad ging es um genau so einen Empowerment-Raum. Schwarze Kinder, Jugendliche und ihre Familien hätten sechs Stunden lang ein Freizeitangebot wahrnehmen können, welches einen Schutzraum vor rassistischen Erfahrungen hätte darstellen sollen.
Die durch einen Instagram-Post einer CDU-Bezirksabgeordneten losgetretenen rassistischen Debatten in den Sozialen Medien, Zeitungen und anderen öffentlich-gesellschaftlichen Räumen machten die Durchführung dieser Veranstaltung unmöglich. Dass diese Veranstaltung abgesagt wurde, bedeutet für die betroffenen Kinder und Jugendlichen, dass ihnen ein Raum genommen wurde, der aufgrund der tief verankerten rassistischen Strukturen so dringend notwendig ist. Es hätte ein Raum für sie sein können, in dem ihre Körper ohne Erklärung und Anfeindungen hätten existieren können.
Anti-Schwarzer Rassismus, wie dieses Beispiel deutlich zeigt, ist Realität und geht uns alle etwas an. Er prägt die Lebensrealitäten Schwarzer Kinder und Jugendlicher und macht Schutz- und Empowerment-Räume notwendig. Die Absage der Veranstaltung im Volksbad und der Hass, mit dem der Verein EOTO in den Tagen darauf konfrontiert wurde und es bis heute wird, zeigt deutlich, in welchen Realitäten marginalisierte Menschen, hier insbesondere Schwarze Kinder und Jugendliche, leben. Die Antwort muss sein, Rassismus zu benennen, sich zu solidarisieren und Forderungen zu stellen: an die Politik aber auch an unsere Mitmenschen.
Falls ihr mehr zu Anti-Schwarzem Rassismus lesen wollt, findet ihr ein von i-PÄD veröffentlichtes Sheet auf unserer Website und unter folgendem Link.