15 Jahre, 15 Workshops!
Anlässlich unseres Jubiläums bieten wir eine kostenlose Workshopreihe an. Alle Workshops spiegeln unsere Kerninhalte aus einer intersektionalen Perspektive wider.
Aber nicht nur wir geben Workshops, sondern diesmal liegt der Fokus auf unseren langjährigen Kooperationspartner_innen mit ihren unverzichtbaren Community-Perspektiven. Seid gespannt auf Workshops von GLADT, Each One Teach One (EOTO), Korientation und vielen mehr…
Workshopübersicht:
Workshop 1: Samstag, 17.10.2026 (12–17 Uhr)
Titel: The Monster Strikes Back – Darstellungen von Gut & Böse in der Pädagogik (Sarah & Senami) (i-PÄD)
Workshopbeschreibung: In unserer Gesellschaft bilden sich Menschen schon als Kinder und Jugendliche Konzepte von Gut und Böse in der Welt. Diese Konzepte drücken sich in Bildern aus, die wir zum Beispiel in Märchen, Filmen und popkulturellen Bezugnahmen und Symbolen wiederfinden. Wieso sehen wir Monster als böse und Prinzess_innen als unschuldig und rein? Inwieweit tragen diese Darstellungen dazu bei, Diskriminierungsstrukturen aufrecht zu erhalten? Inwieweit können sie als wichtige Ausdrucksform genutzt und oder subversiv umgeformt werden? Wir wollen uns ein gemeinsames Verständnis von Diskriminierungsformen und deren historischen Zusammenhang erarbeiten. Dem Thema nähern wir uns in Gruppenarbeit, Diskussion und Einzelaufgaben an.
Zielgruppe: Offen für alle
Workshop 2: Donnerstag, 22.10.2026 (16–18 Uhr)
Titel: Romnja machen Druck! (Hajdi Barz & Laura Nattermann) (RomaniPhen)
Workshopbeschreibung: In diesem Workshop werden Beutel und T-Shirts mit wichtigen, empowernden Messages bedruckt. Der Workshop soll ein Safe Space sein und Spaß ist die Regel.
Zielgruppe: Offen für alle
Workshop 3: Montag, 02.11.2026 (13–17 Uhr)
Titel: Klassismus geht uns alle an! Eine klassismuskritische Praxis entwickeln (Thao Nguyen & Maja Bogojević)
Workshopbeschreibung: Wer besitzt was, wer verfügt über welche Ressourcen und wer muss unter welchen Bedingungen arbeiten, um den eigenen Lebensunterhalt zu sichern? Wer hat Zugang zu Bildung, Wohnraum, ökonomischer Sicherheit und gesellschaftlicher Gestaltungsmacht – und wer wird davon ausgeschlossen? Klassismus ist kein individuelles Problem, sondern ein gesellschaftliches Macht- und Ungleichverhältnis, das in den wirtschaftlichen und sozialen Strukturen unserer Gesellschaft verankert ist. Es zeigt sich darin, wie Arbeit, Eigentum, Einkommen, Vermögen und gesellschaftliche Teilhabe verteilt sind – und wie diese Verhältnisse Lebens- und Handlungsmöglichkeiten prägen. In diesem Workshop setzen wir uns mit den Grundlagen und Wirkungsweisen von Klassismus und seinen intersektionalen Verflechtungen auseinander. Wir schauen darauf, wie Klassen sich gesellschaftlich reproduzieren und welche Rolle Eigentum, Arbeit und die Verteilung gesellschaftlich erwirtschafteter Ressourcen dabei spielen. Wir reflektieren eigene Positionierungen innerhalb dieser gesellschaftlichen Verhältnisse und fragen: Wie erkennen wir klassistische Strukturen und Mechanismen und wie können wir ihnen in unserer eigenen Praxis entgegenwirken? Im Workshop entwickeln wir gemeinsam Perspektiven für eine klassismuskritische Praxis, beschäftigen uns mit Klassenverhältnissen und ihre materiellen Grundlagen, um so Handlungsmöglichkeiten für gesellschaftliche Veränderung zu entwickeln.
Zielgruppe: Offen für alle
Workshop 4: Freitag, 06.11.2026 (10–16 Uhr)
Titel: Männlichkeiten* und sexualisierte Gewalt (an Jungen*) zusammendenken (Julian Abay & Niels Schaffroth) (berliner jungs)
Workshopbeschreibung: Was müssen Jungs* tun, um zu „richtigen Männern” zu werden und von ihrem Umfeld als solche gesehen zu werden? Welche Verhaltensweisen, Aussehen und Umgangsformen werden sanktioniert? Konstruktionen von Männlichkeiten prägen das Selbstverständnis von Jungen* und jungen Männern*, setzen sie unter Druck und fördern risikobehaftetes und gewaltsames Verhalten. Gleichzeitig verengen sie die Handlungsspielräume der Jungen*, sich als Betroffene von (sexualisierter) Gewalt zu erkennen zu geben und sich Hilfe zu suchen.
Zielgruppe: Fachkräfte und alle, die mit Kindern/Jugendlichen arbeiten
Workshop 5: Samstag, 14.11.2026 (10–16 Uhr)
Titel: Wer darf mitgestalten? – Anti-Schwarzer Rassismus in der Jugendarbeit (Angela) (Each One Teach One – EOTO)
Workshopbeschreibung: In diesem Workshop nehmen wir die Perspektiven junger Schwarzer Menschen und Schwarzer Fachkräfte in den Blick und betrachten verschiedene Ebenen – von Schule und Jugendamt über Gremienarbeit bis hin zu Beratung- und Förderstrukturen. So setzen wir uns mit einem strukturellen Verständnis von Anti-Schwarzem Rassismus in der Jugendarbeit auseinander. Dabei werden Zusammenhänge sichtbar, wir hinterfragen bestehende Strukturen und reflektieren eigene Perspektiven.
Zielgruppe: Offen für alle
Workshop 6: Montag, 16.11.2026 (10–14 Uhr)
Titel: ADEFRA – Schwarze queerfeministische Bewegungsgeschichte (Katja Kinder & Peggy Piesche) (ADEFRA)
Workshopbeschreibung: Der Workshop verbindet Einblicke in die Bewegungsgeschichte von ADEFRA mit körperorientierten Methoden und lädt dazu ein, Schwarze feministische Wissensproduktion als gelebte Praxis zu erfahren. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach Erinnerung, Widerstand, Community und Heilung sowie der Körper als Ort von Erfahrung, Wissen und politischer Handlungsfähigkeit. Der Workshop eröffnet einen reflexiven und erfahrungsorientierten Lernraum, in dem Geschichte, Gegenwart und Visionen für eine solidarische Zukunft miteinander in Beziehung treten.
Zielgruppe: Queere BIPoC aus aktivistischen und Community Kontexten
Workshop 7: Dienstag, 17.11.2026 (9–15 Uhr)
Titel: Über Israel und Palästina sprechen: Umstrittene Solidaritäten in der Bildungsarbeit (Vered Berman & Pierre Asisi)
Workshopbeschreibung: Der Israel-Palästina-Komplex ist längst in unseren Bildungsräumen präsent und berührt sensible Fragen von Antisemitismus, Rassismus sowie historischer Verantwortung. Statt Widersprüche zu glätten, müssen wir Räume schaffen, in denen Emotionen Platz haben und gleichzeitig klare menschenrechtliche Grenzen gesetzt werden. Dieser Workshop fragt, wie wir sensibel über Besatzung, Terror und Krieg sprechen können, ohne Erfahrungen gegeneinander auszuspielen. Auf Basis von Menschenrechten und Demokratie lernen wir, Spannungen gemeinsam auszuhalten, zu analysieren und im pädagogischen Alltag politisch handlungsfähig zu werden.
Zielgruppe: Lehrkräfte und Pädagog_innen, die mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen arbeiten
Workshop 8: Donnerstag, 19.11.2026 (16–20 Uhr)
Titel: Wenn es unbequem wird – Machtkritische Räume halten (Rafia Shahnaz)
Workshopbeschreibung: Wie können wir eine klare machtkritische Haltung vertreten und gleichzeitig Räume für offene, nachhaltige Lernprozesse schaffen? In diesem Workshop erkunden wir, welche Fähigkeiten es braucht, um Machtverhältnisse und Spannungen wahrzunehmen, Diskriminierung zu benennen und auch in herausfordernden Momenten präsent und handlungsfähig zu bleiben. Mit Reflexion, Austausch und körperorientierten Übungen entwickeln wir eine machtkritische und beziehungsorientierte Space-Holding-Praxis.
Zielgruppe: Menschen, die Gruppen, Workshops, Bildungsräume oder kollektive Prozesse anleiten oder begleiten (insbesondere Multiplikator_innen, Pädagog_innen, politische Bildner_innen, Trainer_innen, Berater_innen, Sozialarbeiter_innen und Aktivist_innen)
Workshop 9: Freitag, 20.11.2026 (10–14 Uhr)
Titel: Kritisches Erwachsensein (Adultismus) (Sven & Deniz) (i-PÄD)
Workshopbeschreibung: Adultismus beschreibt die Diskriminierung von Kindern und Jugendlichen – basierend auf der Annahme, dass Erwachsene klüger, reifer und erfahrener seien und deshalb über junge Menschen bestimmen dürfen. Das Berliner Bildungsprogramm benennt adultistisches Verhalten ausdrücklich als subtile, oft unbewusste Form von Gewalt und fordert Fachkräfte auf, die eigene Machtposition kritisch zu hinterfragen. Genau hier setzt unser Workshop an – mit dem Schwerpunkt auf einem kritischen Erwachsensein.
Zielgruppe: (Angehende) Erzieher_innen, Sozialarbeiter_innen und Sozialassisten_innen
Workshop 10: Mittwoch, 25.11.2026 (17–20:30 Uhr)
Titel: Grenzen wahren, verbunden bleiben – Fürsorgepraxis für BIPoC-Fachkräfte (Shirley Inafa & Luna Yazdanmehr) (GLADT)
Workshopbeschreibung: In Bildung, Sozialarbeit oder Community-Arbeit müssen von Rassismus betroffene Fachkräfte ständig Herausforderungen überwinden, oft mit Folgen wie Stress und Erschöpfung durch Grenzverletzungen. In diesem Workshop erforschen wir gemeinsam, was das bedeutet und wie wir Fürsorge üben sowie Grenzen respektieren und trotzdem verbunden bleiben können.
Zielgruppe: Von Rassismus betroffene Fachkräfte
Workshop 11: Dienstag, 01.12.2026 (17–21 Uhr)
Titel: Sexuelle Gesundheit in queeren BIPoC Communities (Ahmet Sitki Demir & Naim)
Workshopbeschreibung: Was brauchen queere BIPoC, um Sexualität lustvoll, gesund und selbstbestimmt leben zu können? Was tut uns gut – und was macht es machmal schwer? Am Welt-AIDS-Tag möchten wir gemeinsam über sexuelle Gesundheit sprechen. Dabei geht es um mehr als HIV und andere STIs. Es geht auch um Lust und Begehren, um unsere Körper, um Scham und Vertrauen und um die Frage, wie gut wir Zugang zu Beratung und Gesundheitsversorgung haben. Auch Erfahrungen mit Rassismus sowie Queer- und Transfeindlichkeit können dabei eine Rolle spielen. Wir möchten keinen klassischen Vortrag halten. Stattdessen wollen wir einen Raum schaffen, in dem wir miteinander ins Gespräch kommen, voneinander lernen und Wissen teilen können. Mit kleinen Übungen und kurzen Inputs schauen wir gemeinsam darauf, was uns und unsere Communitys stärken kann. Ihr müsst nichts Persönliches erzählen und entscheidet selbst, was ihr mit anderen teilen möchtet.
Zielgruppe: BIPoC LSBTIQ
Workshop 12: Freitag, 04.12.2026 (11–17 Uhr)
Titel: Audismuskritik – Audismus und Hörprivilegien (Silvia) (mit DGS-Dolmetschung)
Workshopbeschreibung: Was bedeutet es, als hörend positionierte Person in einer Gesellschaftsstruktur zu leben, in der Hören und Kommunikation in Lautsprachen als Norm vorausgesetzt wird? In diesem Workshop setzen wir uns mit Audismus und Hörprivilegien auseinander. Wie können Personen, die Angehörige von mehrfach marginalisierten Communities und gleichzeitig hörend positioniert sind, solidarisch sein mit T*tauben Communities und umgekehrt? Der Workshop regt an, unterdrückende Strukturen zu erkennen, Kommunikationsgewohnheiten zu hinterfragen. Gemeinsam reflektieren wir, welche Verantwortung hörende Menschen haben. Und wie hörende selbst aktiv dazu beitragen können, Räume fürmehrfachmarginalisierte T*taube zugänglicher zu gestalten.
Zielgruppe: Hörend positionierte Menschen
Workshop 13: Freitag, 11.12.2026 (10:30–17:30 Uhr)
Titel: Fettfeindlichkeit erkennen und begegnen: Handlungssicherheit in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen (Oriel Klatt) (Zentrum für Gewichtsdiskriminierung)
Workshopbeschreibung: Wie zeigt sich Fettfeindlichkeit im pädagogischen Alltag und wie können Fachkräfte ihr begegnen? Der Workshop sensibilisiert für Gewichtsstigma, Körperbilder und Diätkultur und nimmt auch Social Media, Essverhalten und Mobbing in den Blick. Gemeinsam werden die eigene Haltung reflektiert und konkrete Ansätze für eine diskriminierungssensible und stärkende pädagogische Praxis entwickelt.
Zielgruppe: Pädagogische Fachkräfte
Workshop 14: Samstag, 12.12.2026 (10–16:30 Uhr)
Titel: Staatliche Förderung im Autoritarismus? (Cuso Ehrich) (Korientation)
Workshopbeschreibung: Klar für uns alle ist, dass die Förderung der Zivilgesellschaft essenziell für die Gesellschaft der Vielen ist. Dafür setzte sich der KV-Rassismus und zahlreiche andere zvilgesellschaftliche Bündnisse zu Recht ein. In diesem Workshop wollen wir kurz rauszoomen und die geförderte Arbeit zum Thema Rassismus im Rahmen der politischen Ökonomien reflektieren: Woher kommt es eigentlich, dass die Arbeit zu Rassismus sich so stark durch NGO’s organisiert? Wie steht das im Verhältnis zu anderen Formationen, die Mitte des 20. Jahrhunderts Kämpfe gegen Rassismus mit anderen Mitteln bekämpften? Was macht die Abhängigkeit von staatlichen Mitteln in einer Zeit, in der die Kriminalisierung von Armut und Migration ebenfalls staatlich organisiert wird und sich enorm ausweitet? Dafür reflektieren wir unsere praktische Arbeit und erarbeiten uns die Inhalte zweier Texte der abolitionistischen Geografin Ruth Wilson Gilmore und Craig Gilmore („In the Shadow of the Shadow State“ und „Restating the Obvious“).
Zielgruppe: Offen für alle (insbesondere aber für kritische NGO-Mitarbeitende und Grassroots-Organizer_innen)
Workshop 15:
Infos folgen …
Anmelden:
Anmelden könnt ihr euch hier. Weitere Infos findet ihr auf unserem Instagram-Kanal @ipaed.berlin!
Veranstaltungsort:
Alle Workshops, mit Ausnahme des 2. Workshops, finden in den Räumlichkeiten des Migrationsrats Berlin (MRB) statt:
Oranienstraße 34, 10999 Berlin.
Verbindlichkeit:
Du kannst dich gerne für mehrere Workshops anmelden. Wir bitten dich aber, dich nur zu den Workshops anzumelden, an denen du auch wirklich kannst und dir die Tage dann auch freizuhalten. Leider gab es die letzten Jahre vermehrt die Situation, dass mehr als die Hälfte der angemeldeten TN nicht erschienen ist. Das ist ärgerlich, weil andere Leute sich über die Plätze gefreut hätten.
Wenn du eine Teilnahme absagen möchtest, schreib uns bitte eine Mail an anmeldung@i-paed-berlin.de
Barrieren:
Unsere Workshops finden in deutscher Lautsprache statt.
Die Räume des MRB sind im Hinterhaus im zweiten Stock und mit dem Aufzug rollstuhlgerecht zu erreichen. Eine barrierefreie Toilette gibt es in den Räumen des Familiengartens im Erdgeschoss des gleichen Gebäudes.
Bei weiteren Fragen zu Barrieren, melde Dich gerne bei anmeldung@i-paed-berlin.de